Brexit – (k)ein Thema für die GZA?

Brexit – (k)ein Thema für die GZA?

Kaum war im Frühsommer der Ausgang des EU-Referendums in Grossbritannien bekannt, beurteilten Politiker, Kommentatoren und Standortvermarkter weltweit die Chancen Londons als Wirtschaftsstandort neu. In den nachfolgenden Wochen gingen einzelne Städte, Länder und mitunter sogar Regierungen dazu über, offensiv Firmen aus Grossbritannien und spezifisch aus London abzuwerben. Selbstredend hat auch die GZA mögliche Chancen und Gefahren des Brexit für die Schweiz und den Wirtschaftsraum Zürich analysiert. Unsere Überlegungen dazu in aller Kürze:

Erstens: Der Brexit-Entscheid hat die Position Grossbritanniens und Londons im Standortwettbewerb geschwächt. An den Rahmenbedingungen in der Schweiz und im Wirtschaftsraum Zürich hat sich hingegen nichts verändert. Bei uns ist das Verhältnis zur EU zurzeit von diversen Unsicherheiten geprägt. Die neue «Schwäche» Grossbritanniens ist auch die unsere – ein Unternehmen in London wird wegen des Brexit kaum nach Zürich umziehen.

Zweitens: Der definitive Ausgang der vermutlich 2017 beginnenden Brexit-Verhandlungen ist bis auf weiteres ungewiss. Politische wie wirtschaftliche Entwicklungen sind heute nur schwer abzuschätzen und nicht prognostizierbar. Diese unsichere Ausgangslage ist keine geeignete Grundlage, die bewährte Strategie der GZA grundsätzlich zu hinterfragen.

Drittens: Die Marketingstrategie der GZA fokussiert auf attraktive Unternehmen in den Innovations-Hotspots der Welt – dazu gehört London zweifelsfrei. Die Metropolitanregion London ist und bleibt deshalb auf dem GZA-Radar – dafür brauchen wir keine spezielle Brexit-Kampagne.


About the author

Dr. iur. Balz Hösly ist Rechtsanwalt und seit 2004 Partner der wirtschaftsrechtlich orientierten Anwaltskanzlei MME Partners, Zürich/Zug. Er ist Fachanwalt SAV Erbrecht und Spezialist für Unternehmensnachfolge und Nachlassplanung. Seit 2011 ist Balz Hösly Präsident des Verwaltungsrates der Standortmarketingorganisation Greater Zurich Area AG, Zürich.

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