Ein kleines Mekka für Innovationshungrige

Ein kleines Mekka für Innovationshungrige

The Swiss Aerospace Cluster In Mollis, Glarus Nord (Bild: Rino Zigerlig)

Glarus – innovativ? Tatsache oder Wunschdenken? «Von beidem etwas», meint der kantonale Wirtschaftsförderer und versucht, Glarus zu erklären. Wer hätte gedacht, dass der kleine Kanton in der Greater Zurich Area schweizweit die höchste Dichte an Technologiefirmen hat – etwa aus den Bereichen Kunststofftechnik, Maschinen- und Anlagebau, Elektronik, Fahrzeugtechnik und Textilien?

Ja genau – Glarus, das liegt irgendwo zwischen Zürich und Chur. Tatsächlich liegt dieses Irgendwo nahe an den beiden Zentren. Von Glarus aus sind sowohl Zürich, Chur und nicht zuletzt St. Gallen in gut einer Stunde erreichbar – und umgekehrt.

Seine Lage lässt den Kanton Glarus nicht ganz einfach einordnen. Wirtschaftlich und kulturell ist er mit Zürich verbunden. Bei der Infrastruktur kooperiert er mit Graubünden. Geografisch und politisch zählt er zur Ostschweiz.  Die Lage führt gleichzeitig zu Unverwechselbarkeit und Flexibilität der Menschen und der Unternehmen, für die sie arbeiten. Und die Lage erfordert Pragmatismus und wechselnde Koalitionsbereitschaft.

Nebst seinen Merkmalen im Bereich der Klischees – Berge, Schabziger, Landsgemeinde und Vreni Schneider – ist der Kanton Glarus der am stärksten industrialisierte Kanton der Schweiz. Fast die Hälfte der Bruttowertschöpfung generiert der zweite Sektor. Glarus weist schweizweit die höchste Dichte an Kunststofftechnik- und Technologiefirmen auf. Weitere Schlüsselbranchen sind Maschinen- und Anlagenbau, Elektronik, Fahrzeugtechnik, Textilien und Pharmazie sowie Nahrungsmittelproduktion. Alle ansässigen Firmen fallen in die Kategorie der kleinen und mittleren Betriebe (KMU).

Eine der grössten Arbeitgeberinnen ist die Kunststoff Schwanden AG. Sie hat soeben über ihr neues und drittes Standbein im Bereich Lebensmittelverpackung informiert. Gleich nach der weltbekannten Läderach-Schokolade derzeit am meisten zu reden gibt die Kopter Group. Das Unternehmen ist auf gutem Weg, den ersten Schweizer Helikopter in Serie zu produzieren. Das damit verbundene Helikopter Cluster ist für den Wirtschaftsstandort Glarus vielversprechend. Auch das Trendthema Digitalisierung ist im Glarnerland angekommen mit Initiativen wie «Nü Glarus», «Digital Glarus» oder den an internationalen Robotik-Wettbewerben erfolgreichen Glarner Kantonsschülern.

Der Kanton Glarus zählt 40’000 Einwohner. Glarner Unternehmen produzieren, rekrutieren, verkaufen und denken also per se über die kantonalen Grenzen hinaus. So ist Glarus zum Beispiel langjähriges Mitglied der Greater Zurich Area und fördert die Hochschule für Technik Rapperswil (HSR). Auf diesem Nährboden für Innovation baut die kantonale Wirtschaftsförderung auf. Das bereits verankerte Netzwerk im Kanton stärkt sie mit Impulsen durch Vorträge an Innovationsaperos und ermöglicht bestehenden Firmen sowie Startups den Zugang zu Wissen und potenziellen Finanzierungsquellen. Die Innovationsförderung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Glarner Gewerbeverband, der Glarner Handelskammer, Hochschulen und dem Institut für Jungunternehmen. Mit letzterem organisiert die Kontaktstelle für Wirtschaft am  8. Mai 2018 und am 14. Juni 2018 zwei verschiedene Kurse. Der nächste Innovationsapero findet am 19. Juni 2018 statt.

Glarus ist vielleicht noch kein Mekka, aber mindestens ein Biotop für Innovation. Um dieses Potenzial noch besser zu nutzen und damit Glarus auch in Zukunft ein erfolgreicher Standort ist, setzt sich die kantonale Wirtschaftsförderung ein als erste Anlaufstelle für Fragen von Innovationshungrigen aus der ganzen Welt

Mitarbeiter der PS Metall AG bei der Arbeit, aufgenommen am Dienstag, 10. Januar 2017 in Netstal.

Mitarbeiter der PS Metall AG bei der Arbeit, aufgenommen am Dienstag, 10. Januar 2017 in Netstal.


Über den Autor

Christian Zehnder ist Leiter der Wirtschaftsförderung des Kantons Glarus. Das Wirtschaftsförderungsamt des Kantons Glarus ist Ihr kompetenter Partner, wenn Sie sich auf eine Standort- oder Investitionsentscheidung vorbereiten. Die Basisinformationen für fundierte Entscheidungen sind dank der effizienten und transparenten Organisation schnell verfügbar. Sie können sich auf absolute Diskretion und schnelle Abwicklung verlassen und die Leistungen sind kostenlos.

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