Schlieren ZH - Die Cutiss AG hat mit dem Forschungszentrum CSEM die weltweit erste Maschine zur Herstellung von künstlicher Haut entwickelt. Die damit produzierten personalisierten Hautgewebetransplantate sollen die Behandlung schwerer Hautdefekte revolutionieren.

Künstliche Haut
Bild: zVg/CSEM

 

Die Cutiss AG ist auf die Entwicklung personalisierter und dauerhafter Hauttransplantate spezialisiert. Diese sollen bei der Behandlung von schweren Hautdefekten einschliesslich Verbrennungen helfen. Ihr Hautgewebe namens denovoSkin befindet sich in der Schweiz und der EU bereits in der klinischen Entwicklungsphase IIb. Bei denovoSkin wird neue Haut unter Verwendung von körpereigenem Gewebe gezüchtet. Die Entwicklung führt zu geringerer Narbenbildung und kann mit dem Patienten mitwachsen, daher ist sie auch für Kinder gut geeignet.

Cutiss hat nun gemeinsam mit dem Forschungszentrum CSEM eine automatisierte Maschine zur Herstellung von denovoSkin entwickelt, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Es handelt sich den Angaben zufolge um die weltweit erste Maschine dieser Art. Sie ermöglicht die gleichzeitige Kultivierung mehrerer Hauttransplantate und wird die Produktionszeiten voraussichtlich um mehr als 30 Prozent reduzieren.

Bisher ist der Prozess für das Bio-Engineering von denovoSkin manuell erfolgt. Er war damit langwierig und erforderte einen kostspieligen Reinraum und hochqualifiziertes Personal. Mit der sogenannten denovoCast-Maschine sind nun keine manuellen Eingriffe mehr nötig. Dadurch wird  nicht nur Zeit gespart, sondern auch das Risiko einer mikrobiellen Kontamination stark reduziert.

„Wenn Patienten unter schweren grossen und tiefen Verbrennungen leiden, ist die Fähigkeit, schnell, kostengünstig und konsistent grosse Mengen an Hauttransplantaten bereitzustellen, entscheidend“, schreibt das CSEM  in der Mitteilung. Werden die Wunden schnell gedeckt, wird die Überlebensrate stark erhöht. Insgesamt soll die Automatisierung des Herstellungsprozesses von biotechnologisch hergestellter Haut die derzeit verfügbaren Behandlungsmethoden für schwere Hautdefekte revolutionieren, heisst es weiter.

Das Automatisierungsprogramm von Cutiss und die Entwicklung der denovoCast-Maschine wurden dank Fördergeldern von InnoSuisse und des EU-Forschungsprogramms Horizon 2020 möglich. Das Automatisierungsprogramm umfasst auch die Entwicklung von zwei weiteren Maschinen, die der denovoCast-Maschine vorgeschaltet sind: Ein Zellisolationsgerät und ein Zellexpansionsgerät. Sie wurden in Zusammenarbeit mit dem Schlieremer Innovationsdienstleister Zühlke sowie dem japanischen Gesundheitsdienstleister Terumo entwickelt.

Die Cutiss AG wurde als eine Ausgliederung aus der Universität Zürich gegründet und hat ihren Sitz in Schlieren. Sie betreibt auch eine Forschungseinrichtung im Bio-Technopark Schlieren-Zürich. ssp

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