Die gemeinsam von der Greater Zurich Area (GZA) und der Greater Geneva Bern area (GGBa) organisierte Virtual Swiss Drone Industry Tour bietet einen tiefen Einblick in das Schweizer Drohnen-Ökosystem und seine vielen Facetten. Ziel ist es aufzuzeigen, wie internationale Unternehmen am technologischen und regulatorischen Marsch der Schweiz in der Zukunft teilnehmen können. Die dritte Episode dieser vierteiligen Webinar-Reihe, "Testing and Refinement", beleuchtete einige der engagierten Infrastruktur- und Support-Organisationen in der Schweiz und präsentierte die Erfahrungsberichte von zwei Unternehmen, die das einzigartige Ökosystem des Landes erfolgreich als Hintergrund für ihre technischen und kommerziellen Entwicklungen nutzen.

"Die Schweiz hat sich zu einem Vorreiter für den globalen Drohnensektor entwickelt. Industrie, Forschung, Wissenschaft, Regierung und Regulierungsbehörden ziehen an einem Strang und unterstützen die kontinuierlichen Fortschritte in der Branche", sagte Matt Julian, Director USA bei GGBa, bei der Eröffnung des dritten Webinars der Virtual Swiss Drone Industry Tour, bevor er das Wort an den ersten Redner übergab.

Die Schweiz hat sich zu einem Vorreiter für den globalen UAV-Sektor entwickelt. Industrie, Forscher, Hochschulen, Regierung und Regulierungsbehörden ziehen an einem Strang und unterstützen die kontinuierlichen Fortschritte in der Branche.
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Matt Julian - Direktor US, Greater Geneva Bern area

Jens Henkner ist CEO von CertX, der ersten Schweizer Zertifizierungsstelle für funktionale Sicherheit und Cybersecurity, die zu den ersten zehn weltweit gehört. Als solche ist CertX Mitautor der Standards für zukünftige automatisierte Systeme, autonome Mobilität und Cybersecurity, basierend auf seinem profunden technischen Know-how. Darüber hinaus bietet es umfassende Sicherheitsdienstleistungen an, wie z. B. die Schulung und Zertifizierung von Ingenieuren und Managern sowie die Inspektion und Zertifizierung von Produkten und Prozessen. Speziell im Bereich Drohnen hilft CertX bei der Definition der notwendigen technischen Anforderungen an die Drohne oder Subsysteme, zertifiziert Systeme nach funktionalen und Cybersecurity-Standards, verifiziert die Einhaltung der technischen Anforderungen, unterstützt beim SORA-Zulassungsverfahren und fungiert als unabhängige Drittpartei-Prüfstelle für Drohnenfallschirme. "Die Schweiz hat ein großes Innovations-Ökosystem, das wir gerne bedienen", so Henkner. 

Die Schweiz hat ein großes Innovations-Ökosystem, das wir gerne bedienen
Jens Henker
Jens Henker - Geschäftsleiter CertX

Guillaume Catry ist Mitbegründer und CEO von WindShape, einem in Genf ansässigen Unternehmen, das die Drohnenindustrie mit seinen einzigartigen Fähigkeiten für F&E, Validierung und Zertifizierungstests unterstützt. "Drohnenhersteller wollen Drohnenanwendungen entwickeln, die Probleme für die Gesellschaft lösen, wie z. B. die Lieferung von Waren von einem Punkt zum anderen", erklärt Catry, "aber bevor sie an diesen Punkt gelangen können, müssen sie nicht nur wettbewerbsfähige Drohnen entwickeln, sondern sie auch validieren und zertifizieren, um sicherzustellen, dass sie ihre Mission erfüllen können, ohne zu versagen oder Menschen am Boden zu gefährden." Derzeit testen 95 % der Drohnenhersteller ihre Produkte im Freien, während 5 % herkömmliche Windkanäle verwenden. Beide Optionen sind gleichermaßen unzuverlässig, so Catry, der 2017 den WindShaper erfand, eine digitale Wind- und Wetteranlage, die für Drohnentests und -zertifizierungen entwickelt wurde. Der WindShaper ist skalierbar und modular aufgebaut und kann jedes mögliche Wetterszenario, auch die extremsten, originalgetreu nachbilden. Nach einer fesselnden Live-Demonstration schloss Guillaume Catry seinen Vortrag mit dem Hinweis auf seine Bereitschaft ab, mit jedem zu diskutieren, der an der Zertifizierung oder Validierung von Drohnen beteiligt ist.

Bei swiss aeropole finden Sie Raum für die Entwicklung und das Wachstum Ihres Unternehmens, talentierte Arbeitskräfte und eine wachsende Gemeinschaft von Luft- und Raumfahrtunternehmen.
Massimo Florin
Massimo Florin - Direktor Business Park, swiss aeropole

Für Unternehmen, die an einer Ansiedlung in der Schweiz interessiert sind, stellt swiss aeropole eine interessante Option dar, wie der Direktor des Businessparks Massimo Fiorin erläutert. Die Rolle von swiss aeropole ist eine doppelte: Sie verwaltet die zivilen Flüge am Flughafen Payerne und entwickelt einen auf Luft- und Raumfahrt fokussierten Business- und Technologiepark, der in den 18 Monaten seines Bestehens von drei auf 17 Unternehmen gewachsen ist. "Es gibt eine Dynamik von Unternehmen, die sich unserem Ökosystem anschließen", so Fiorin. "Wir arbeiten derzeit daran, weitere Drohnenfirmen an Bord zu holen - bisher haben wir eine - und auch das Gelände für Tests zu öffnen." Dass der Swiss Aeropole ein ideales Testgelände ist, zeigt der Erfolg von Solar Impulse, das das Gelände fünf Jahre lang für entscheidende Flugtests vor seiner Weltumrundung nutzte; und seit kurzem auch von SolarStratos, einem weiteren Pionierprojekt, das das Potenzial erneuerbarer Energien demonstrieren will und seine Basis auf dem Gelände eingerichtet hat. Eine weise Entscheidung, wenn man Fiorin fragt: "Bei swiss aeropole finden Sie Raum für die Entwicklung und das Wachstum Ihres Unternehmens, talentierte Arbeitskräfte und eine wachsende Gemeinschaft von Luft- und Raumfahrtunternehmen. Wir bieten auch Unterstützung in allen Belangen, von Tests bis hin zu allen Verfahren, um sich zu etablieren, je nach den individuellen Bedürfnissen jedes Unternehmens."

6,557 m² of hangars, lounges for passengers, customs, a business center with 3,300 m² of office space, conference venues and meeting rooms, as well as space for crews © swiss aeropole
6.557 m² an Hangarflächen, Lounges für Passagiere, Zoll, ein Business Center mit 3.300 m² Bürofläche, Konferenz- und Besprechungsräume sowie Platz für Crews © swiss aeropole

Von Payerne in der Westschweiz ging die Virtual Swiss Drone Industry Tour dann weiter nach Schaffhausen, genauer gesagt zum Flugplatz Schmerlat, den sowohl Wings for Aid als auch Daedalean AI als Testgelände nutzen.

Die Schweiz ist der perfekte Ort, um das erste Mal zu fliegen.
Barry Koperberg
Barry Koperberg - Gründer Wings for Aid

Das 2014 vom niederländischen Unternehmer Barry Koperberg gegründete Unternehmen Wings for Aid hilft humanitären Hilfsorganisationen, die "letzte Meile" in von Katastrophen betroffenen und abgelegenen Gebieten zu überbrücken, und zwar durch die Entwicklung und den Betrieb von Spezialdrohnen. Ihr Prototyp - eine große, ferngesteuerte Frachtdrohne - muss nach höchsten Standards getestet werden: "Wir suchten nach einem Land mit sachkundigen Behörden mit Erfahrung in SORA (Specific Operations Risk Assessment), geeignetem Terrain - die Berge sind ideal - und einem starken humanitären Erbe. Natürlich sind wir in der Schweiz gelandet", erklärt Koperberg, "die Schweiz ist der perfekte Ort, um zum ersten Mal zu fliegen." Das Unternehmen beabsichtigt, seine Schweizer Präsenz zu einem Kompetenzzentrum zu machen, mit Test- und Trainingsaktivitäten für Piloten und Bodencrews sowie der Heimatbasis für den Flugbetrieb : "Die Flotte und die Ausrüstung werden wegen unserer Reaktionszeit auf der ganzen Welt positioniert sein, aber wir beabsichtigen, die Homebase für den Flugbetrieb in der Schweiz zu etablieren. Wir fühlen uns hier sehr willkommen und erleben viel Professionalität im gesamten Ökosystem", so Koperberg weiter.

Wir haben das Glück, in einem Land mit interessantem Terrain und Besonderheiten zu sein.
Anna Chernova
Anna Chernova - Mitgründerin, CPO und Pilotin bei Daedalean

Anna Chernova, Mitgründerin und CPO von Daedalean AI, lobte ebenfalls das lokale Ökosystem: "Wir sind super zufrieden mit unserer Zusammenarbeit mit Luftfahrt- und Avionikunternehmen in der Schweiz, und der Flugplatz Schmerlat gehört definitiv dazu", sagte sie. Das 2016 gegründete Unternehmen Daedalean AI entwickelt autonome Pilotensoftwaresysteme für die zivilen Flugzeuge von heute und die fortschrittliche Luftmobilität von morgen. Für die Tests nutzt das Unternehmen nicht nur Hubschrauber und Starrflügler, sondern auch professionelle Drohnen: "Wir haben das Glück, in einem Land mit interessantem Terrain und Besonderheiten zu sein. Für unsere erste Anwendung, die auf Vision basiert, brauchen wir zum Beispiel diese Art von Gelände und Wetterbedingungen zum Fliegen." Neben der visuellen Positionierung entwickelt Daedalean AI auch Anwendungen zur Verkehrserkennung und Landeführung.

Testing onboard UAV © Daedalean AI
Testing onboard UAV © Daedalean AI

 

Geballte Technologiekompetenz

Drohnentechnologie

Die Greater Zurich Area ist der weltweit führende Standort für die Entwicklung von Kerntechnologien (Software, Autopilot, Sensoren) für Drohnen und in kommerziellen Anwendungen. Führende Hochschulen wie die ETH Zürich und die Universität Zürich, eine große und aktive Entwickler-Community, zahlreiche Drohnen- und Komponentenhersteller sowie innovationsfreundliche Behörden machen die Schweiz zum "Silicon Valley der Robotik".

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