Zürich - Eine Forschergruppe an der ETH Zürich hat ein System entwickelt, mit dem Patienten in Spitalbetten einfacher von der Rücken-​ in die Bauchlage gedreht werden können. Die Entwicklung soll insbesondere beim Umgang mit Corona-Patienten helfen. Eine Firma will das Wendesystem nun produzieren.

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Julian Ferchow ist Doktorand an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) und forscht zur Produkt-​ und Prozessentwicklung im 3D-​Druck. Aufgrund der Corona-Krise hat er seine Doktorarbeit allerdings zur Seite gelegt und ein 20-köpfiges Team zusammengestellt, um eine neue Lösung für Spitäler zu entwickeln. Entstanden ist dabei ein Wendesystem namens Proning Taco. Dieses soll helfen, Patienten in Intensivbetten von der Rücken-​ in die Bauchlage zu bringen und umgekehrt.

Patienten mit Atemnot werden zweimal täglich auf diese Weise gedreht, wie die ETH in einer Mitteilung erklärt. Die Bauchlage verbessert nämlich die Durchblutung der Lunge. Allerdings waren für diesen Vorgang bisher fünf Fachkräfte nötig. Mit dem dem Wendesystem der ETH müssen nur noch drei Fachkräfte dabei sein.

Beim Proning Taco-System wickeln zwei Pflegekräfte eine Matratze um den auf dem Bett liegenden Patienten – „wie ein Sandwich – oder eben wie ein Taco“, erklärt die ETH. Anschliessend ziehen sie ihn an Laschen zu sich heran und wenden ihn so, dass er bäuchlings auf der anderen Matratze zu liegen kommt. Der Vorgang wird von einem Arzt überwacht.

Ein Vorteil des Wendesystems sei, dass es technisch einfach und kostengünstig ist. Es hat auch bereits das Interesse der Wirtschaft geweckt. So will das Basler Unternehmen OBA AG die Matratzen in grösserem Massstab herstellen. Ausserdem sind laut Ferchow auch schon Anfragen aus Spitälern in Asien gekommen. ssp

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