Rund um Zürich hat sich eine erfolgreiche und unabhängige Gaming-Industrie entwickelt, die international Impulse setzt. Ihr Zentrum ist die Zürcher Hochschule der Künste, deren Nährboden ist eine kreative und zugleich aussergewöhnlich technologiegetriebene Szene ist.

Im ExerCube von Sphery folgen Spielerinnen und Spieler ausgeklügelten Programmen. Bild: Sphery
Im ExerCube von Sphery folgen Spielerinnen und Spieler ausgeklügelten Programmen. Bild: Sphery

 

Hier finden Erfindergeist, Kreativität und Hightech zusammen. Die Game-Industrie im Wirtschaftsraum Zürich rund um die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) wächst und gedeiht. „Sie ist Teil einer innovativen Szene mit einer hohen Dichte an technologiegetriebenen Unternehmen und Agenturen sowie renommierten Hochschulen und Kulturinstitutionen – das beflügelt“, sagt Maike Thies, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der ZHdK. Viele der unabhängigen Studios fahren international Preise ein und setzen Impulse im Welt-Markt. Ein Kassenschlager ist der Landwirtschaftssimulator von Giants aus Schlieren ZH. Aktuell besetzt der ExerCube von Sphery eine Marktlücke, indem er spielerisch die Bereiche Fitness, E-Gaming und Rehabilitation verbindet. Das preisgekrönte ZHdK-Spin-off Sphery hat kürzlich mit anderen Start-ups aus Europa die International Association of Mixed Reality Sports (XRS) gegründet und bringt so das Thema auf die globale Bühne.

Die Gaming-Industrie ist Teil einer innovativen Szene mit einer hohen Dichte an technologiegetriebenen Unternehmen und Agenturen sowie renommierten Hochschulen und Kulturinstitutionen – das beflügelt.
Maike Thies - Wissenschaftliche Mitarbeiterin, ZHdK

Innovation in FitTech auf wissenschaftlicher Basis

Sphery hat mit dem ExerCube einen Mixed-Reality-Raum für spielerische Sporteinheiten entwickelt – an Hand- und Fussgelenken sind die Spielenden mit Sensoren ausgestattet, die die Bewegungen in das virtuelle Spielszenario übertragen. Neben einer Version für Fitness-Studios oder Reha-Kliniken existiert auch eine für die eigenen vier Wände; ein Franchise-Modell unterstützt die Marktdurchdringung. Und bei Sphery zeigt sich, was die hiesige Szene so stark macht. Mitgründerin und CEO Anna Martin-Niedecken betonte jüngst in einem Live-Talk der GZA: „Sphery kooperiert stark mit dem Netzwerk – sei es mit anderen Studios oder auch den Hochschulen. Die Idee ist aus einem Forschungs- und Entwicklungsprojekt an der ZHdK heraus entstanden und alles basiert auf einem wissenschaftlich geprüften Trainings- und Spielkonzept.“ Das unterscheidet Sphery von der Konkurrenz. Der ExerCube zählt damit zu den sogenannten Serious and Applied Games, also Spielen mit Sinn und Zweck neben dem Spielspass. In diesem Bereich liegt ein besonders dynamischer Schwerpunkt der ZHdK.

Schauen Sie sich den GZA Live Talk in voller Länge an: 

Sphery kooperiert stark mit dem Netzwerk – sei es mit anderen Studios oder auch den Hochschulen.
Anna Martin-Niedecken - Mitgründerin und CEO, Sphery

Experimentierfreude mit neuesten Technologien

Die Ausbildung an der ZHdK ist ein wichtiges Fundament für den Erfolg der Game-Szene. Maike Thies von der ZHdK sagt: „Die Verortung der Fachrichtung Game Design im Departement Design ist in der internationalen Hochschulszene nahezu einmalig.“ Im Rahmen des generalistisch angelegten BA-Studiums werden alle Schritte zur Entwicklung von vollfunktionsfähigen Spielprototypen durchlaufen. Und neueste Technologien spielen eine wichtige Rolle: Der Immersive Arts Space der ZHdK ermöglicht komplexe Entwicklungen mit immersiven Technologien. Dabei sind die Wege kurz – häufig wird mit Studierenden der Bereiche Musik, Film, Tanz und Theater kooperiert. Thies sagt: „In der Szene herrscht ein fast familiäres Miteinander. Wissen wird geteilt, um gemeinsam zu wachsen.“ Letztlich gibt es bei Forschungsprojekten im Bereich Serious and Applied Games auch Kooperationen mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH), der Universität Zürich (UZH) und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW).

Das Toni-Areal der Zürcher Hochschule der Künste. Bild: ZHdK
Das Toni-Areal der Zürcher Hochschule der Künste. Bild: ZHdK

 

Heraus kommt eine Handschrift, die von Experimentierfreude und Exzellenz im Detail zeugt. Typisch zürcherisch ist laut Thies die hohe visuelle Eigenständigkeit und auch ein ausgeklügeltes Sound Design. „Die Spiele begeistern durch das Unerwartete und Unkonventionelle“, so Thies. 

Corona-Pandemie öffnet neue Türen für die Game-Branche

Firmen wie Sphery blicken optimistisch in die Zukunft. Und das hat viel mit dem Digitalisierungsschub durch die Corona-Pandemie zu tun. „Ich beobachte einen Perspektivwechsel“, sagt die Gründerin Anna Martin-Niedecken. Wer früher bei digitalen Spielen noch eher kritisch gewesen sei, zeige sich jetzt häufig offener. Langfristig dürften so auch immer mehr Unternehmen Spiele für sich entdecken und Partnerprojekte lancieren.


Von Yvonne von Hunnius

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