Dank einem fortschrittlichen regulatorischen Umfeld und kooperativen Behörden geniessen Drohnen-Unternehmen in der Schweiz grossen Spielraum in der Entwicklung und Umsetzung neuer Technologien. Dies führt zu weltführender Innovation, wie eine aktuelle Webinar-Serie über das Schweizer Drohnen-Ökosystem zeigt.

 

Die Schweiz ist das Silicon Valley der Robotik, sagt Matt Julian. Der Leiter USA der Greater Geneva Bern area (GGBa) gab so den Auftakt in die vierteilige Webinar-Serie „Virtual Swiss Drone Industry Tour“. Diese wird in Zusammenarbeit mit der Greater Zurich Area (GZA) über die Kanäle der beiden Organisationen des Standortmarketings ausgestrahlt. 

Fortschrittliche Regulierung

In der ersten Ausgabe am 16. November lag der Schwerpunkt auf dem regulatorischen Umfeld der Schweiz. Dieses sei sehr zukunftsorientiert, sagt Manu Lubrano, Präsident der Drone Industry Association Switzerland (DIAS): „Die Schweiz hat die fortschrittlichste Drohnenregulierung der Welt.“ Das sei sehr wichtig für die Innovation, fügt er an. Neue Technologien im Zusammenhang mit der Drohnenindustrie sind auf regulatorischen Freiraum angewiesen, um sich weiterentwickeln zu können. Die DIAS hat mittlerweile ein breites Spektrum an Mitgliedern, wie Lubrano anfügt: „Wir haben mindestens ein Unternehmen aus jeglichen Drohnen-Dienstleistungen, die es momentan gibt.“ Für ihre bestehenden Mitglieder und zukünftige Beteiligte arbeitet die DIAS eng mit den Schweizer Regulierungsbehörden zusammen, um die gesetzliche Basis für neue Drohnenanwendungen zu entwickeln.

Die Schweiz hat die fortschrittlichste Drohnenregulierung der Welt.
Manu Lubrano - Präsident Drone Industry Association Switzerland (DIAS)

Enge Zusammenarbeit zwischen Behörden und Unternehmen

Marcel Kägi, Co-Leiter Innovation und Digitalisierung des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL), schliesst sich Lubranos Einschätzung an: „In der Schweiz arbeitet die Behörde sehr eng mit der Industrie zusammen.“ Diese Beziehung sei bisher sehr fruchtbar. Die Behörde sieht sich in erster Linie im Dienst der öffentlichen Sicherheit und steht der Industrie bei der Einführung von Innovationen in den Markt zur Seite. Das Team des BAZL beschäftigt Experten mit einem juristischen Hintergrund, aus dem Ingenieurwesen und der Kommunikation. „Wir verstehen unsere Rolle als analytische, proaktive Beobachter“, sagt Kägi. Ziel sei es, der Entwicklung des schweizerischen Drohnen-Ökosystems zu entsprechen. Deshalb entwickelt das BAZL Gesetzestexte in Zusammenarbeit mit Unternehmen.

Ein gutes Beispiel für diese gemeinsame Entwicklung ist das Pilotprojekt mit Matternet. Dieses Unternehmen mit Sitz in Kalifornien hat in der Schweiz die erste Bewilligung weltweit für Flüge ausserhalb des Sichtfelds über einer Stadt. „Wir schreiben neue Gesetze in Hinblick auf einen globalen Standard“, sagt Kägi. Dafür wählt das BAZL neue Herangehensweisen zur Entwicklung neuer Gesetzestexte. In diesem Rahmen hat das BAZL unter anderem das Werkzeug SORA („Specific Operations Risk Assessment“) entwickelt. Dabei testen Antragstellende die nötigen Sicherheitsmassnahmen selbstständig und können so innovative neue Lösungen vorschlagen. Die Behörden prüfen die Vorschläge und bewilligen sie, falls die nötigen Anforderungen erfüllt werden. So führen die Innovationen der schnell wachsenden Drohnenindustrie zu pragmatischen Regulierungen. „Das BAZL versteht sich als Innovationsförderer“, sagt Kägi. Dafür verpflichte sich die Organisation zur engen Zusammenarbeit mit der Industrie.

Das Schweizer Ökosystem ist sogar stärker als das in China oder den USA.
Kevin Sartori Co-founder Auterion
Kevin Sartori - Mitgründer Auterion

Schweizer Ökosystem sticht USA und China

Dass die Schweiz das richtige Umfeld für sein Unternehmen bietet, bestätigt auch Kevin Sartori. Der Mitgründer der weltweitführenden Software-Plattform Auterion ist aus den USA zurückgekommen, um hier seine Firma zu gründen. Im Zentrum des Start-ups stand das Autopilot-System PX4, welches das Unternehmen nun laufend weiterentwickelt. „Heute unterhält Auterion das grösste Drohnennetzwerk“, so Sartori. Den Erfolg führt er auf den Standort seiner Firma zurück: Neben renommierten Universitäten schreibt Sartori den schnellen Fortschritt auch dem dualen Bildungssystem zu. Dieses fördere insbesondere Talente, die unverzichtbar für die schnelle Umsetzung von Innovationen seien. Dies sei einer unter vielen Faktoren, die die Schweiz momentan zu einem fruchtbaren Umfeld machen: „Das Schweizer Ökosystem ist sogar stärker als das in China oder den USA“, so Sartori.

Die Webinar-Serie „Virtual Swiss Drone Industry Tour“ wird am 2. Dezember unter dem Titel „Innovate and Collaborate“ weitergeführt. In der zweiten Episode behandeln führende Drohnenlabors die Zusammenarbeit mit Unternehmen und Prozesse zur Finanzierung durch den Bund.

von Smilla Diener

Jetzt den ersten Teil "Switzerland: Home of Drones" ansehen: 

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