Im Wirtschaftsraum Zürich ist in den letzten Jahren die Anzahl an Start-ups explodiert – zur Freude von Risikoinvestoren wie Nicolas Bürer, Schweizer Business Angel des Jahres 2018. Mit nur 40 Jahren steht er für eine neue Generation, die gründet, investiert und sich engagiert.

2017 haben Risikoinvestoren in Start-ups aus Zürich im Jahresvergleich über 50 Prozent mehr Geld gesteckt. Was macht die Szene momentan so attraktiv?

Nicolas Bürer: Das Start-up-System im Wirtschaftsraum Zürich hat sich in den letzten fünf Jahren unglaublich gut entwickelt. Viele Faktoren haben dazu beigetragen, dass sich ein richtiges Ökosystem entfalten konnte. Was insbesondere geholfen hat, das Potenzial der Region auszuschöpfen, war, dass Start-ups mittlerweile von vielen neuen Plattformen, Acceleratoren oder Vereinen Hilfe bekommen. Nur ein Beispiel ist die Initiative digitalswitzerland, dessen Managing Director ich bin – bei uns stehen Start-ups ganz oben auf der Agenda.

Welche Grundvoraussetzungen waren denn besonders wichtig für die Entwicklung?

Die Greater Zurich Area ist eine der wichtigsten wirtschaftlichen Lokomotiven der Schweiz. Sie besitzt eine hohe Dichte von Corporates, welche in Punkto Start-ups in den letzten Jahren eine immer aktivere Rolle übernommen haben – etwa durch eigene Start-up-Labs. So befruchten Start-ups auch den ganzen Wirtschaftsraum. Generell herrscht in der Region eine liberale Grundhaltung. Und die exzellenten Hochschulen bilden ein unglaubliches Tool. Wer genauer hinschaut, macht wunderbare Entdeckungen. 

In welchen Bereichen sehen Sie hier denn das grösste Potenzial für Start-ups?

Zum Beispiel beim Thema Blockchain und allem, was mit Datenverarbeitung, Machine Learning und dem cleveren Einsatz von Algorithmen zu tun hat. Das passt zur grossen Anzahl von Fintechs. In und um Zürich ist man auch sehr stark in der Robotik – egal, ob es sich um industrielle Automatisierung oder spezielle medizinische Anwendungen handelt. In all diesen Bereichen können wir mit noch vielen Start-ups rechnen.

Mit 40 Jahren haben Sie bereits in sechs Start-ups investiert – erfolgreich?

Drei davon sind tot und drei laufen noch. Erfolgreich ist unter anderem das Umzugs-Start-up MOVU, das ich mitgegründet habe. Es wurde 2017 durch die Baloise Gruppe übernommen und ich bin noch Verwaltungsratspräsident. Auch Yamo, ein Hersteller von nachhaltigem Babybrei aus Zug, ist sehr gut unterwegs.

Dabei sind sie noch recht jung als Business Angel – kommt eine neue Generation nach?

Ja, da kommt eine neue Welle. Ich kenne ein Dutzend jüngerer Business Angel in der Schweiz. Auch im Wirtschaftsraum Zürich gab es letzthin einige Übernahmen von Start-ups, deren noch recht junge Gründer heute nicht selten aktive Investoren und Unternehmer sind.

 

Zur Person:

Nicolas Bürer studierte Physik an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL). Nachdem er Erfahrungen im Management Consulting und bei Start-ups gesammelt hatte, war er Mitgründer von MOVU, das seit 2017 der Baloise Gruppe gehört. Seit Oktober 2016 agiert er als Managing Director bei der branchenübergreifenden Initiative digitalswitzerland. 2018 wurde er im «Who is Who» der Schweizer Wirtschaft 2018 ausgezeichnet und als leidenschaftlicher Investor in Schweizer Startups von der Schweizerischen Vereinigung für Unternehmensfinanzierung SECA zum Business Angel of the year 2018 gekürt.

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