Die Pioniere intelligenter Textilien führen in Zürich die Textiltradition weiter: HeiQ arbeitet mit den Grossen der Branche zusammen und setzt auf ein Forschungsnetzwerk mit Schweizer Zentrum. Laut Mitgründer und CEO Carlo Centonze verfügt der Wirtschaftsraum Zürich über eine Bündelung der Kompetenzen, die ideal ist für erfolgreiche Expansion. 

HeiQ arbeitet stark international – welche Bedeutung hat Ihr Sitz in Schlieren bei Zürich?

Carlos Centonze: Es ist sehr wichtig für uns, dass das Hauptquartier im Wirtschaftsraum Zürich ist. Es liegt logistisch perfekt, um internationale Klientel zu uns zu bringen und global zu arbeiten. Abgesehen davon können wir hier alle Ressourcen beziehen, die wir für unsere Entwicklung brauchen. 

Sie sprechen die Forschungslandschaft an? Schliesslich ist HeiQ ein Spin-off der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich.

Natürlich. Unser Kernthema ist Forschung in textilchemischer Technologie und da ist die Nähe zu den Akademien entscheidend. Wir arbeiten international mit insgesamt 14 Hochschulen zusammen und die Schweiz ist unser wichtigster Standort für Kooperationen. Damit meine ich die ETH und andere Universitäten, aber auch die Fachhochschulen wie die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW. Die Region bietet einen exzellenten Mix von Grundlagenforschung und Anwendungsorientiertheit. 

Working in the HeiQ Lab. Image credit: HeiQ
Arbeiten im HeiQ Lab. Bild: HeiQ

 

Und wie sieht es mit Ihrem eigenen Fachkräftebedarf aus? 

Auch dafür ist die Situation ideal. Während die Forschung für unsere Innovationen häufig ausserhaus läuft und wir diese koordinieren, entwickeln wir im Haus für Kunden die Ergebnisse häufig bis zur Produktreife weiter. So funktioniert auch unser HeiQ Fabric Lab als Kompetenzzentrum für Garn, Textilfaser und Gewebelösungen. Kunden können sich mit Fragestellungen an uns wenden und wir finden mit Partnern die beste Lösung. Spannend an der Verfügbarkeit von Fachkräften im Wirtschaftsraum Zürich ist für uns insbesondere, dass wir auch Experten für Finanzen und Marketing mit höchstem Niveau finden – diese Kombination ist international selten. Und Marketing ist ein wichtiges Element unseres Geschäfts, weil wir sogenanntes Ingredient Branding betreiben: Konzerne verwenden die Bezeichnung unserer Innovationen als Produktteil, vergleichbar mit Intel inside. 

Profitieren Sie von der Textil-Tradition im Wirtschaftsraum?

Nach unserer Gründung 2005 hat uns geholfen, dass wir Experten mit wertvollem Hintergrundwissen der Branche rekrutieren konnten. Noch heute haben wir traditionsreiche Kunden aus der Region: Zum Beispiel setzt Schellenberg Textildruck aus dem Kanton Zürich mit uns auf Innovation. Wir kooperieren auch mit den Outdoor-Marken Odlo und Kjus aus dem Kanton Zug. Doch wir sind breit aufgestellt und sehr international ausgerichtet. Jeweils ein Drittel unseres Umsatzes rührt aus der Entwicklung und Produktion von Teppichen, Bekleidung und technischen Textilien. Zu unseren Kunden zählen IKEA, oder die Bekleidungskonzerne Uniqlo aus Japan und Patagonia sowie North Face aus den USA.

Clothing made with HeiQ’s Fresh odor control technology in a Patagonia store. Image credit: HeiQ
Kleidung mit derTechnologie HeiQ Fresh odor control in einem Patagonia-Geschäft. Bild: HeiQ

 

An welcher aktuellen Innovation ist HeiQ beteiligt? 

Im Frühjahr 2020 wird IKEA dank unserer Hilfe die erste Luftreinigungsgardine auf den Markt bringen. Gunrid, so heisst das Produkt, reduziert in Zusammenspiel mit Licht häufig auftretende Luftschadstoffe in Innenräumen um bis zu 80 Prozent. Mit mit der ETH Zürich sind wir gerade an einem Projekt, bei dem es um poröse Graphen-Membrane geht: Die Ergebnisse könnten bahnbrechend sein für wasserabdichtende Materialien, für die Entsalzung von Trinkwasser und wasserabweisende Outdoorbekleidung. 

Wie schätzen Sie die Investorensituation im Wirtschaftsraum heute ein?

HeiQ hat 105 Investoren, je die Hälfte kommt aus der Schweiz und aus dem Ausland. Und für mich ist klar: Die Szene für die Finanzierung von Hightech-Unternehmen ist gerade rund um Zürich in den letzten zehn Jahren exzellent geworden. Es gibt ausreichende Ressourcen, um den Kandidaten mit grossem Potenzial zum Sprung zu verhelfen. 

Interview: Yvonne von Hunnius

 

Zur Person: 

Carlo Centonze ist CEO von HeiQ Materials. Das Unternehmen hat er 2005 gemeinsam mit Murray Height als Spin-off der ETH Zürich gegründet. HeiQ entwickelt und produziert innovative Technologien, die etwa besonders leistungsfähig oder langlebig sind. Bekannt ist etwa die temperaturregulierende Technologie HeiQ Smart Temp. Mittlerweile beschäftigt HeiQ 87 Fachleute in elf Ländern auf fünf Kontinenten. Der Hauptsitz befindet sich im IJZ Innovations- und Jungunternehmerzentrum in Schlieren bei Zürich. 

Es ist sehr wichtig für uns, dass das Hauptquartier im Wirtschaftsraum Zürich ist. Wir finden hier alle Ressourcen, die wir für unsere Entwicklung brauchen.
Carlo Centonze is CEO of HeiQ Materials
Carlo Centonze - CEO, HeiQ Materials

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