Das digitale Portemonnaie der Schweiz

Ob an der Supermarktkasse, im Restaurant oder beim Kaffeeautomaten: Heute ist es eine Selbstverständlichkeit, mit dem Mobiltelefon zu bezahlen. In der Schweiz haben private Anbieter mit TWINT eine eigene Lösung entwickelt. Das Unternehmen hat seinen Firmensitz nach Zürich verlegt.

Die Gastronomiepartner der ETH Zürich machen es vor: In ihren Restaurantbetrieben kann man seit einiger Zeit mit dem Smartphone bezahlen. Damit hat das lange Anstehen beim Mittagessen ein Ende. Was es dafür braucht? Lediglich ein Smartphone und die TWINT-App. „Wir bekommen dazu viele positive Rückmeldungen“, sagt Manuela Stockmeyer, Pressesprecherin von SV Schweiz. Das Gastronomieunternehmen führt als Cateringpartnerin der ETH Zürich verschiedene Restaurants und Cafeterien. Die Gäste würden es besonders schätzen, dass sie mit dem Smartphone immer und jederzeit bezahlen können, ohne beim Bancomaten Geld abheben oder eine Debit- und/oder Kreditkarte in der Tasche mitführen zu müssen. Dank einer ETH-Schnittstelle können die Kassen der Caterer sogar automatisch erkennen, ob es sich beim Gast um einen Studierenden oder um einen Mitarbeitenden handelt – und so den korrekten Preis berechnen. „Das beschleunigt den Bezahlvorgang zusätzlich“, so Stockmeyer.

Mobile Bezahllösung der Zukunft?

Was als Start-up begann, etabliert sich immer mehr zu einer der wichtigsten mobilen Bezahllösungen der Schweiz. TWINT wurde 2014 von Thierry Kneissler mitgegründet und entwickelt sich seither stetig weiter. „Die Chancen, dass TWINT zur wichtigsten mobilen Bezahllösung in der Schweiz wird, stehen gut“, betont Kneissler. 2016 hat TWINT mit Paymit fusioniert, seit vergangenem Monat verwandelt das Update die UBS-Paymit-App in die TWINT-App. Kurz nach der technischen Fusion sind über 550.000 Kunden auf dem System und wöchentlich werden mehrere 10'000 Transaktionen gemacht. „Tendenz stark steigend“, sagt Thierry Kneissler. Die TWINT-App kann zur Zeit für Zahlungen an rund 25.000 Verkaufsstellen, 600 Poststellen, 1000 Online-Shops und 2500 Selecta-Automaten eingesetzt werden. Das Händlernetzwerk wird sich in der nächsten Zeit noch stark vergrössern.

Neuer Firmensitz Zürich

Inzwischen sind über 30 Banken sowie der Finanzdienstleister Six mit an Bord. Neue TWINT-Besitzer sind denn auch die fünf grössten Schweizer Banken: UBS, Credit Suisse, Raiffeisen, ZKB und Postfinance sowie der Börsenbetreiber Six. „Um näher bei unserer neuen Eignerschaft zu sein, wurde der Firmensitz von Bern nach Zürich verlegt“, erklärt Michael Hügli, Head of Marketing & Sales bei TWINT.

Jede Schweizer Bank kann nun eigene TWINT-Apps zur Verfügung stellen. Die Bankkunden können damit TWINT-Zahlungen direkt von ihrem Bankkonto abbuchen. Der Vorteil dabei ist, dass das Aufladen von Guthaben entfällt und die Kunden- bzw. Bankbeziehung als bewährte Vertrauensbeziehung erhalten bleibt. „Der Kunde erhält ein Produkt von der Bank seines Vertrauens und kann sein Bankkonto direkt mit der App verknüpfen“, so Kneissler.  Wer Konten bei verschiedenen Banken hat, kann auch mehrere TWINT-Apps nutzen. Etwa eine für persönliche Ausgaben und eine andere als Haushaltskasse.  

Kundenkarten können hinterlegt werden

TWINT funktioniert mit allen gängigen Smartphones und lässt sich mit jedem Schweizer Bankkonto verbinden. Der Ablauf beim Bezahlen mit TWINT ist denkbar einfach: Schon während der Einkauf registriert wird, hält der Kunde sein Smartphone mit der gestarteten App an den grünen TWINT-Beacon an der Kasse. Dabei hat man die Möglichkeit, die Bezahlung entweder auf seinem Smartphone zu bestätigen oder diesen Vorgang automatisch ablaufen lassen.

Ein grosser Handelspartner von TWINT ist Coop. „Wir setzen auf TWINT, weil es sich dabei um ein offenes System handelt, das auf iOS und Android funktioniert und ohne Einschränkung allen Kundinnen und Kunden zur Verfügung steht“, sagt dazu Andrea Bergmann, Mediensprecherin von Coop.

Schliesslich möchte das digitale Portemonnaie der Schweiz nicht nur eine Bezahllösung sein:„Mit TWINT kann direkt beim Bezahlen profitiert werden. Und zwar zum Beispiel von digital hinterlegten, bestehenden Kundenkarten, von Stempelkarten und Rabattcoupons“, erläutert Kneissler. So können etwa auch Kunden von Coop ihr Supercard-Konto mit der TWINT-App verknüpfen und beim Bezahlen mit TWINT automatisch Superpunkte sammeln.

Manuela Stockmeyer von SV Schweiz bringt es auf den Punkt: „TWINT als digitales Portemonnaie regelt quasi alles und es braucht keinen weiteren Geldbeutel mit zig Kärtchen mehr.“

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