Empa steuert Drohnen aus dem Handgelenk

Dübendorf ZH - Ein von der Empa entwickelter Sensor aus piezoresistiven Fasern wandelt leichte Bewegungen des Handgelenks in elektrische Signale um. Damit lassen sich Drohnen oder andere elektronische Geräte ohne Fernbedienung steuern.

Auch Roboter könnten darüber mit Fingerzeigen gesteuert werden, schreibt die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in einer Mitteilung. Ihr neuer piezoresistiver Sensor reagiert dabei bereits auf kleinste Bewegungen des Handgelenks. Bisher arbeiteten Bewegungssensoren hauptsächlich mit Kameras, Beschleunigungsmessern und Rotationsmessern. Sie benötigten aber „grosse deutliche Bewegungen“ mit bestimmten Geschwindigkeiten, „die für den Menschen teilweise unnatürlich sind“, erläutert die Empa in der Mitteilung. 

Der neue Sensor kann in ein konventionelles Uhren- oder Schmuckarmband integriert und somit unauffällig am Handgelenk getragen werden. In diese mussten die piezoresistiven Fasern allerdings erst einmal eingearbeitet werden können. In einem ersten Schritt war den Forschern um Frank Clemens aus der Abteilung Hochleistungskeramik der Empa in Dübendorf die Integration der Fasern in Textilien gelungen. Das reichte jedoch nicht. „Mit Hilfe von additiver Fertigung haben wir es geschafft, die Sensorstruktur in nicht-textile Materialien zu integrieren“, wird Clemens in der Mitteilung zitiert. 

Der die Übersetzungsarbeit zwischen Sensorik und Gerätesteuerung übernehmende Algorithmus wird derzeit im Rahmen einer Bachelorarbeit an der Berner Fachhochschule verfeinert. Auch die Armbänder könnten in Zukunft bald wieder überholt sein. An der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) untersucht eine Studentin bereits die Möglichkeit, piezoresistive Fasern in ein Pflaster zu integrieren. hs

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