Forscher wollen magnetische Speicherung revolutionieren

Zürich - Bei der Datenspeicherung verwendete Magnettechnologien sind für den Arbeitsspeicher bisher ungeeignet. Ein an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und am Paul Scherrer Institut entwickeltes Verfahren könnte dies ändern.

Magnetbänder und Festplatten bilden seit fast siebzig Jahren wegen ihrer Langzeitbeständigkeit und geringen Kosten die beste Wahl für die Archivierung von Informationen. Für den Einsatz im Arbeitsspeicher (RAM) eines Computers ist die entsprechende Technologie jedoch zu langsam und überdies von vergleichsweise hohem Energieverbrauch gekennzeichnet. Einer Mitteilung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) zufolge könnte sich dies in Zukunft jedoch ändern. 

In Zusammenarbeit mit Kollegen am Paul Scherrer Institut (PSI) in Viligen haben Forscher der Departemente Materialwissenschaft und Physik der ETH ein Verfahren entwickelt, das magnetische Speicherung blitzschnell und energieeffizient macht. Es kommt ohne die für die traditionelle Magnetisierungsumkehr nötigen Spulen aus. Im Experiment liessen die Forscher Strom durch einen Platindraht fliessen, der auf einen Kobaltpunkt von nur 500 Nanometern Durchmesser gerichtet wurde. Dieser Kobaltpunkt wurde gleichzeitig in der Synchroton-Lichtquelle Schweiz am PSI Stück für Stück abgetastet. „Auf diese Weise erhielten wir ein zweidimensionales Bild der Magnetisierung des Kobaltpunktes und konnten zusehen, wie der Strompuls diese allmählich veränderte“, erklärt Manuel Baumgartner, Erstautor der Studie und Doktorand in der Forschergruppe am Departement Materialwissenschaft der ETH, in der Mitteilung. 

Die Umkehrung der Magnetisierung erfolgte dabei wesentlich schneller als in anderen jüngst erforschten Verfahren. Auch die Qualität der Magnetisierung litt bei rund einer Million Umkehrpulsen keineswegs. Dies deutet für die Forscher darauf hin, dass die Technologie prinzipiell auch für eine Anwendung im Arbeitsspeicher geeignet ist. hs

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