Neuer Behandlungsansatz könnte Diabetes stoppen

Zürich - Forscher der Universität Zürich haben die Bauchspeicheldrüse von Organspendern mit Hilfe der neuen bildgebenden Massenzytometrie untersucht. Gemeinsam mit Kollegen aus Genf und den USA konnten sie dabei aufzeigen, dass Typ-1-Diabetes in einer frühen Phase noch gestoppt werden könnte.

Beta-Zellen in sogenannten Langerhans-Inseln in der Bauchspeicheldrüse spielen eine Schlüsselrolle für die Regulation des Zucker-Stoffwechsels. Beim Typ-1-Diabetes werden diese Beta-Zellen in einer Autoimmunreaktion von körpereigenen weissen Blutkörperchen zerstört. Allerdings wissen Forscher derzeit nur wenig darüber, was sich bei einem Typ-1-Diabetes in der Bauchspeicheldrüse genau abspielt, schreibt die Universität Zürich (UZH) in einer Mitteilung.

Das Innere der Bauchspeicheldrüse können Wissenschaftler nur dann untersuchen, wenn Personen ihr Organ spenden. Denn Biopsien und hochaufgelöste Abbildungen dieses Organs sind am lebenden Menschen nicht möglich. Weil es relativ wenig Organspender gibt, ist es Wissenschaftlern wichtig, von jedem Spendeorgan so viele Erkenntnisse zu gewinnen wie möglich.

Forscher der UZH haben nun gemeinsam mit Kollegen aus Genf und den USA erstmals die bildgebende Massenzytometrie zur Untersuchung von gespendeten Bauchspeicheldrüsen eingesetzt. Bei der Entwicklung dieser Methode hat die UZH nach eigenen Angaben eine zentrale Rolle gespielt.

Mit der Methode „können wir gleichzeitig die Beta-Zellen, weitere Zelltypen der Langerhans-Inseln sowie eingedrungene Immunzellen visualisieren”, erklärt Bernd Bodenmiller vom Institut für Quantitative Biomedizin der UZH. Solche Analysen seien mit traditionellen Ansätzen nicht möglich gewesen.

Die Forscher fanden unter anderem heraus, dass im Anfangsstadium der Krankheit in den Langerhans-Inseln noch überraschend viele Beta-Zellen zu finden sind. Diese sehen zwar anders aus und produzieren weniger Insulin. Sie könnten aber noch vor einer vollständigen Zerstörung gerettet werden. „Wenn es gelingen würde, den Autoimmun-Angriff in diesem frühen Stadium zu stoppen, könnten diese Zellen vielleicht ihre Funktion wiedergewinnen und bei der Regulation des Blutzuckerspiegels der Patienten helfen”, so Nicolas Damond von der UZH. So liesse sich der Krankheitsverlauf verlangsamen oder ganz ganz stoppen. ssp

Interaktive Industrie Karte
Erfolgsgeschichten
+41 44 254 59 59
8:01 am
+1 415 655 1045
8:01 am
+86 21 6235 1889
8:01 am

Subscribe to our newsletter (englisch)