Reis wird zum Multivitamin

Zürich - Forscher an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich haben eine neue Reissorte entwickelt, welche Eisen, Zink und Beta-Karotin enthält. Die Entwicklung soll einst den Vitaminmangel in Entwicklungsländern bekämpfen.

Etwa jeder zweite Mensch deckt seinen täglichen Kalorienbedarf mit Reis. Wie die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH) in einer Mitteilung erklärt, leiden jedoch viele dieser Menschen in Entwicklungsländern an Mangelernährung, weil sie zu wenig Zink, Eisen oder auch Vitamin A aufnehmen. Dies kann zu verschiedenen Krankheiten führen.

Forscher an der ETH arbeiten bereits seit mehreren Jahren an Reissorten, die auch den Vitaminmangel abdecken können. So entwickelten sie etwa die Reislinie Golden Rice, die Beta-Karotin, also die Vorstufe von Vitamin A, enthält. Golden Rice wird bereits in mehreren Ländern Asiens gepflanzt und wurde seither auch weiter verbessert.

Bisherige genetisch modifizierte Reissorten können jedoch nur ein mangelndes Spurenelement abdecken. Nun haben ETH-Forscher einen neuen Durchbruch geschafft: Sie haben eine Reissorte entwickelt, die mehrere Spurenelemente kombiniert und als ein Multivitamin dient. Die Reissorte bietet ausreichende Mengen an Eisen, Zink und Beta-Karotin. „Unsere Resultate zeigen, dass es möglich ist, in einer einzigen Reispflanze mehrere wichtige Mikronährstoffe für eine gesunde Ernährung – Eisen, Zink und Beta-Karotin – zu kombinieren“, erklärt ETH-Forscherin Navreet Bhullar.

Die Reissorte wird zunächst im Gewächshaus angepflanzt. Später soll sie auch im Freiland getestet und noch weiterentwickelt werden. „Es werden sicher noch fünf Jahre vergehen, ehe der Multinährstoff-Reis zur Eindämmung des ,versteckten Hungers’ eingesetzt werden kann“, so Bhullar. ssp

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