Standortmarketing schafft regionalen Mehrwert

Erfolgreiches Standortmarketing benötigt eine klare Strategie – sowohl bei der wirtschaftlichen Entwicklung eines einzelnen Kantons, wie auch bei der Vermarktung einer ganzen Wirtschaftsregion. Dies ist die Bilanz des diesjährigen Sessionsanlasses der Standortmarketing-Organisation Greater Zurich Area AG (GZA) unter dem Titel «Standortmarketing im digitalen Zeitalter – wohin geht die Reise?».

 

Die Referenten und Gäste gingen der Frage nach, mit welchen Konzepten Standortmarketing in einer digitalen und sich rasch wandelnden Welt schlagkräftig und langfristig erfolgreich sein kann.

Brigit Wyss, Volkswirtschaftsdirektorin des Kantons Solothurn und Stiftungsrätin der Greater Zurich Area, sagte: "Standortmarketing ist zweifellos eine Verbundaufgabe - und trotzdem muss jeder Kanton eine eigene, auf seine Stärken ausgerichtete Standortstrategie fahren." So wolle sich der Kanton Solothurn gesamtheitlich als attraktiver Investitions- und Lebensstandort entwickeln. Neben harten Faktoren wie Arbeitskräftepotenzial, Infrastruktur oder Steuern flössen auch Themen wie Lebens- und Wohnqualität sowie Bildungs- und Freizeitangebote in die Standortstrategie ein.

Mathias Binswanger, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Fachhochschule Nordwestschweiz und Privatdozent an der Universität St. Gallen, führte aus, was es braucht, damit eine Region wie der Wirtschaftsraum Zürich im internationalen Vergleich attraktiv bleibt. Dazu sagte er unter anderem: "Eine attraktive Region kann den Bewohnern keine Lebenszufriedenheit garantieren. Aber ohne mehrheitlich zufriedene Bewohner ist eine Region niemals attraktiv."

Auf Technologiekompetenz statt Branchen fokussieren

Balz Hösly, Verwaltungsratspräsident der Greater Zurich Area AG (GZA), erwähnte mehrere standortstrategische Hebel, um die Schweiz und den Wirtschaftsraum Zürich im hart umkämpften internationalen Wettbewerb erfolgreich zu positionieren und zu vermarkten. "Wir richten unsere Marktbearbeitungs- und Kommunikationsstrategie gezielt auf die im Wirtschaftsraum vorhandenen technologischen Kompetenzen aus und kaum mehr auf die klassische Branchensicht. Damit sprechen wir diejenigen Unternehmen an, die der Region den grössten Mehrwert bringen in Form von Innovationskraft, qualifizierten Arbeitsplätzen, einer verbesserten Krisenresistenz und letztlich auch Steuereinnahmen", so Hösly.

Von innovativen Unternehmen profitierten vor allem auch technologieaffine Arbeitnehmende und Fachkräfte, deren Kompetenzen immer mehr branchenübergreifend gesucht werden, führte Hösly aus. Die Verfügbarkeit von Talenten und der Zugang zu technologierelevanten Ökosystemen und Netzwerken hätten die Steuern als wichtigsten Faktor der Standortattraktivität abgelöst. "Ein attraktives und vor allem verlässliches Steuersystem ist aber nach wie vor eine Voraussetzung, um überhaupt auf die Liste möglicher Standorte für ein international tätiges Unternehmen zu kommen", ergänzte Hösly mit Blick auf die immer noch laufende Steuerreform.

 

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