Zug ermöglicht seinen Einwohnern eine Blockchain-Identität

Zug - Die Stadt Zug bietet als weltweit erste Gemeinde für alle Einwohner die Möglichkeit, eine digitale Identität zu bekommen. Persönliche Informationen werden dabei mithilfe von Blockchain-Technologie gesichert.

Die Stadt Zug verfolgt im Bereich Blockchain ein weiteres Pionierprojekt. Ab September 2017 sollen alle Einwohner eine digitale Identität erhalten können. „Wir wollen eine einzige elektronische Identität – eine Art digitalen Pass – für alle möglichen Anwendungen“, erklärt Stadtpräsident Dolfi Müller in einer Medienmitteilung. Die Anwendungen sollen dabei nicht alleine auf städtische Dienstleistungen wie Gebühreninkasso oder Raumvermietung beschränkt werden. In einer ersten Phase steht eine Konsultativabstimmung über e-Voting im Vordergrund. Diese wird voraussichtlich im Frühling 2018 stattfinden.

Die Einwohner können ihre Identität eigenständig über eine App registrieren. Anschliessend wird die Identität bei der Einwohnerkontrolle der Stadt Zug beglaubigt. Die digitale Identität basiert auf einer App, welche persönliche Informationen mithilfe von Blockchain-Technologie sichert und mit einer Crypto-Adresse verknüpft. Konkret kommt die Ethereum-Blockchain zum Einsatz, welche die grösste Blockchain 2.0 der Welt ist und ihre Wurzeln in Zug hat. „Die Blockchain ist, vereinfacht ausgedrückt, eine dezentrale Datenbank, in welcher fälschungssicher alle Informationen und Transaktionen der interagierenden Teilnehmer festgehalten sind“, erklärt die Stadt Zug. Damit ist der digitale Identität also nicht zentralisiert bei der Stadt, sondern dezentralisiert auf der Blockchain.

„Durch die Registrierung auf der öffentlichen, globalen Ethereum-Blockchain bietet die Stadt Zug ihren Einwohnerinnen und Einwohnern einen innovativen Zugang sowohl für lokale wie auch internationale Dienstleistungen. Diese Lösung bietet enormen Mehrwert an erhöhter Sicherheit, da private Daten unter der vollständigen Kontrolle der Einzelpersonen bleiben und gleichzeitig eine deutlich reibungslosere Nutzung von digitalen Diensten ermöglicht”, erklärt Rouven Heck von der Zuger Firma Consensys, welche neben der Zürcher ti&m und dem Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) der Hochschule Luzern an der Entwicklung der Lösung beteiligt war.

„Heute liegt unsere digitale Identität noch bei grossen Suchmaschinen und sozialen Netzwerken, die daraus Profit schlagen. Eine selbstverwaltete, sichere und beglaubigte Identität ist für das Funktionieren einer immer digitaleren Gesellschaft aber unabdingbar“, so Mathias Bucher, Dozent am IFZ. ssp

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