Zürich/Denver - An der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich ist ein Hydrogel erfunden worden, das die Haltbarkeit von Impfstoffen auch ohne Kühlung massiv verbessert. Das kann logistische und finanzielle Hürden beim Transport beseitigen. Zudem müssten weniger Impfstoffe aufgrund ihrer begrenzten Haltbarkeit entsorgt werden.

Unter Federführung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) ist ein neuartiges Hydrogel entwickelt worden, das Impfstoffe bei Hitze oder Kälte vor Verklumpung schützt. Dieses Gel bildet eine Schutzhülle um sehr grosse, komplexe Moleküle, wie sie auch in der Gentherapie verwendet werden. Daher sei eine unmittelbare Anwendung auch im Transport hitzeempfindlicher Enzyme für die Krebsforschung oder von Proteinmolekülen für die Forschung im Labor möglich, heisst es in einer Mitteilung der ETH.

Die Erfindung kam gemeinsam mit einem Team des Start-ups Nanoly Bioscience aus Denver im US-Bundesstaat Colorado zustande. Die entsprechende Studie wurde jüngst in der Fachzeitschrift „Science Advances“ vorgestellt. Laut ETH funktioniert diese Gel-Verpackung wie eine molekulare Tupperware, die die Proteine einkapselt und voneinander getrennt hält. Dadurch können sie statt bei einer herkömmlichen Temperatur von 2 bis 8 Grad Celsius bei 25 bis 65 Grad Celsius aufbewahrt werden.

Doktorand Bruno Marco-Dufort vom ETH-Labor für Macromolecular Engineering rechnet vor, dass 2020 der Gesamtmarkt für Kühlkettendienstleistungen von der Herstellung bis zum Vertrieb 17,2 Milliarden Dollar betrug: „Dies stellt eine grosse Hürde für globale Impfkampagnen dar, da der Aufwand für die Impfstoffverteilung und die Verwaltungskosten die Produktionskosten übersteigen.“ Dies sei besonders in heissen Gegenden wie Subsahara-Afrika problematisch, wo auch die Infrastruktur für den Transport fehlt. Bis heute, so die ETH, lande fast die Hälfte aller produzierten Impfstoffe auch wegen Problemen in der Kühlkette im Abfall. mm

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